Confed Cup: Der WM-Generalprobe droht der Abbruch

By | 21. Juni 2013
Confed Cup: Der WM-Generalprobe droht der Abbruch

AFP

Die Lage im WM-Gastgeberland Brasilien ist nach wie vor angespannt und droht zu eskalieren. Am Donnerstag kam erstmals bei den anhaltenden Protesten ein Mensch ums Leben. Medienberichten zu Folge überlegt der Fußball-Weltverband FIFA, den Confed Cup abzubrechen. Die italienische Nationalmannschaft will angeblich sogar sofort abreisen.

In der Nacht von Donnerstag zum Freitag haben in Brasilien erneut hundertausende Menschen gegen soziale Ungerechtigkeiten im WM-Gastgeberland protestiert. Vielerorts kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Hunderte Menschen wurden verletzt, bereits am Donnerstag kam ein 18-jähriger Jugendlicher in Ribeirão Preto, gut 300 Kilometer von São Paulo entfernt, ums Leben.

Allein in Rio de Janeiro versammelten sich am Donnerstagabend (Ortszeit) laut Schätzungen über 300.000 Demonstranten. Die Proteste verliefern zunächst friedlich, im weiteren Verlauf des Abends setzen Spezialeinheiten der Polizei laut Augenzeugenberichten jedoch Tränengasgranaten und Gummigeschosse ein. Die Menschen liefen in Panik auseinander, Aktivisten errichten Barrikaden und legten Brände.

Einem Bericht des Radiosenders CBN zufolge überlegt nun der Fußball Weltverband FIFA, den derzeit laufenden Confed Cup aufgrund der anhaltenden Proteste abzubrechen. Die Funktionäre sind laut Angaben von CBN von der Gewalt entsetzt und sehen auch die Sicherheit vor bzw. innerhalb der Stadien in Gefahr. Zudem wurden in Salvador da Bahia auch bereits Fahrzeuge von FIFA-Mitarbeitern attackiert.

Italien erwägt sofortige Abreise, Blatter ist bereits weg

Während sich Brasiliens Fußballer mit dem Demonstranten solidarisieren und Verständnis für deren Unmut zeigen, fürchten die Spieler anderer Teilnehmer um ihre Sicherheit. Die italienische Nationalmannschaft, welche sich bereits vorzeitig für das Halbfinale qualifiziert hat, erwägt übereinstimmenden Berichten zufolge, eine sofortige Abreise von der Mini-WM. Zahlreiche Spieler haben ihre Familien mit nach Brasilien gebracht und fürchten sich nun auch um deren Sicherheit. FIFA-Chef Sepp Blatter hatte sich Anfang der Woche zu den Protesten geäußert und ist bereits nach nur einem Tag in Brasilien am Montag abgereist. Offiziell hat sich Blatter auf dem Weg gemacht, um bei der U-20 WM in der Türkei dabei zu sein.

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