WM-Quali Europa: Deutschland macht großen Schritt zur WM

By | 7. September 2013
WM-Quali Europa: Deutschland macht großen Schritt zur WM

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Deutschland hat am 8. Spieltag der WM-Qualifikation 2014 in der Gruppe C einen 3:0 (1:0)-Sieg gegen Österreich eingefahren. Damit hat das DFB-Team nun sechs Siege in sieben Partien auf dem Konto, der Vorsprung auf die zweitplatzierten Schweden beträgt fünf Punkte.

Hatte man die Berichterstattung der letzten Wochen in diversen Fachmagazinen verfolgt, so drängte sich der Eindruck auf, dass es am gestrigen Freitag nicht so sehr um Punkte für die WM-Qualifikation ging, sondern um die Belastungsprobe, ob es die deutsche Nationalelf denn auch mal wieder schaffen könne, zu Null zu spielen. Der kicker kannte in den letzten Wochen im Umgang mit der DFB-Elf kein anderes Thema mehr, wie denn die wackelige Abwehr zu stabilisieren sei. Dabei stehen in der Qualifikationsrunde gerade einmal sieben Gegentore zu Buche, wobei das 4:4 gegen die Schweden sicher die große Ausnahme und nicht die Regel darstellte. Dass Joachim Löw in den wenigen Freundschaftsspielen, die ihm zur Verfügung stehen, vielleicht auch taktische und personelle Versuche unternehmen wollte, ging da leider all zu oft unter.

Deswegen war der 3:0-Erfolg gegen tapfer kämpfende Österreicher auch nicht ein „erhoffter Befreiungsschlag“ für die Defensive, weil diese einfach keinen Befreiungsschlag benötigte. Thomas Müller hat es nach dem Spiel auf den Punkt gebracht, Fußball sei kein Wunschkonzert. Wenn nun Fußballfachmagazine errechnen, dass der Gegentorschnitt der letzten 20 Spiele so hoch sei, wie der keiner anderen Spitzenmannschaft, so ist das nichts weiter als eine Bestandsaufnahme, deren Aussagekraft durch so viele Faktoren abgemildert wird, dass sie jegliche Geltung verliert. Die Säulen der Nationalelf, die Spieler von Borussia Dortmund und Bayern München, haben letzte Saison mehr als 50 Spiele auf allerhöchstem Niveau bestritten. Löw hat nur in den Testspielen die Möglichkeit, ungewöhnliche taktische Maßnahmen auszuprobieren und junge Talente einfach mal ins kalte Wasser zu schmeißen. Und schließlich sind Testspiele eben nicht die Spiele, in denen man auf Teufel komm raus 100% geben muss und kann.

Das Trainerteam um Löw darf sich durch die Berichterstattung der Medien nicht verrückt machen lassen und muss weiter auf die Eigenschaften setzen, die die deutsche Nationalmannschaft zu einer der spielstärksten Mannschaft der Welt gemacht haben. Kreativität, Spielfreude, Laufbereitschaft und Aggressivität.

Das 3:0 (1:0) gegen Österreich war trotz kurzer Drangphase der Gäste zu Beginn der zweiten Hälfte ein verdient herausgespielter Sieg, auch in der Höhe, und hatte einige Anekdoten zu bieten: Philipp Lahm bestritt sein 100. Länderspiel ausgerechnet in seinem Heimstadion, Miroslav Klose schloss mit seinem 68. Treffer zum großen Gerd Müller auf. Das 1:0 durch den Stürmer von Lazio Rom wurde durch eine energische Einzelleistung von Thomas Müller mustergültig vorbereitet. Das 2:0 von Toni Kross kurz nach der Pause war Ergebnis der individuellen Klasse des Münchners, als er aus 25 Meter mit dem Außenrist den Ball unhaltbar im österreichischen Kasten versenkte. Den Höhepunkt des Abends hob sich die deutsche Elf bis zu 88. Minute auf, als Thomas Müller eine fantastische Ballstafette zum 3:0-Endstand abschloss.

Durch den 2:1 Sieg der Schweden in Irland beträgt der Abstand der DFB-Elf auf die Schweden 5 Punkte. Bereits am Dienstag kann der Einzug in die Endrunde für Deutschland erfolgen. Im dritten Spiel der Gruppe C besiegte Kasachstan die Färöer Inseln mit 2:1 (0:1).

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