WM 2014: Japan im Portrait

Die japanische Fußball-Nationalmannschaft

AFP

Der fünfmalige Asienmeister Japan hat sich als erste Mannschaft sportlich für die Fußball Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien qualifiziert. Nationaltrainer Alberto Zaccheroni kann auf zahlreiche Legionäre zurückgreifen, die in den internationalen Fußball-Ligen Europas zum Stammpersonal ihrer Vereine gehören. Nach dem Achtelfinaleinzug 2002 und 2010 haben die Blue Samurai das Erreichen des Viertelfinals als WM-Ziel ausgegeben.

Fakten zu Japan

Einwohner: rd. 126 Millionen
Aktive Fußballer bei der Japan Football Association (JFA): ca. 1 Millionen
Spitzname: Samurai Blue
FIFA-Weltrangliste: Platz 37
Durchschnittsalter: rd. 26 Jahre
Rekordtorschützen: Kunishige Kamamoto und Kazuyoshi Miura (je 55 Tore)
Rekordnationalspieler: Yasuhito Endō (131 Spiele)
WM-Teilnahmen: 4x
Größter WM-Erfolg: Achtelfinale 2002 und 2010

WM-Qualifikation

Japan hat sich souverän in der Asien-Qualifikation (AFC) als Tabellenerster der Gruppe 2 für die Endrunde qualifiziert. In acht Spielen konnte Japan 5x gewinnen, spielte 2x Unentschieden und verlor lediglich eine Partie. Die japanische Fußballnationalmannschaft war das erste Team, welches sich Anfang Juni sportlich für die Fußball-WM 2014 qualifizieren konnte. Bereits zum fünften Mal in Folge konnte Japan das WM-Ticket lösen.

Der Star der Mannschaft

Japan verfügt über eine Vielzahl an Legionären, viele von Ihnen spielen in Europa, vor allem in der Fußball-Bundesliga. Auch der Star der Mannschaft, Shinji Kagawa, spielte von 2010 bis 2012 in Deutschland bei Borussia Dortmund. Der 24-jährige offensive Mittelfeldspieler wechselte im Sommer 2012 für rd. 15 Mio. Euro zu Manchester United. Kagawa gilt als  äußerst torgefährlicher Mittelfeldspieler, in 46 Länderspielen für Japan traf er insgesamt 14x. Für den 1,72m „kleinen“ Spielmacher ist die Fußball-WM 2014 in Brasilien das erste große internationale Turnier.

Spieler im Fokus

Neben Kagawa werden die deutschen Fans vor allem die japanischen Spieler aus der Bundesliga gut kennen, etwa Uchida von Schalke 04, den Wolfsburger Hasebe oder Kiyotake vom Club. Doch auch einige andere Spieler könnten eine gute Rolle bei der WM spielen. Etwa der 20-jährige Flügelspieler Ryo Miyaichi vom FC Arsenal, der sehr früh nach Europa wechselte. Von Arsenal verpflichtet, verliehen die Londoner ihn nach Feyenoord, Bolton und Wigan weiter. Arsenal-Legende Arsene Wenger hält große Stücke auf den technisch versierten Mittelfeldspieler, der aber sicher noch reifen und viel lernen muss. Eventuell kommt dieses große Turnier zu früh für diesen jungen Mann, im Hinterkopf sollte man ihn trotzdem behalten.

Die zuverlässigste Stütze der japanischen Nationalmannschaft ist hingegen der 33-jährige Mittelfeldspieler Yasuhito Endo, Urgestein von Gamba Osaka, und seit 2002 Mitglied der Nationalmannschaft. 133 Länderspiele hat er inzwischen auf dem Buckel. Was ihn aber so besonders macht, ist seine Verlässlichkeit in Verein und Nationalmannschaft. Zehn Mal in Folge wurde er auf Grund seiner Leistungen für Gamba und die Nationalelf in die jährliche Top-11 der japanischen J-League gewählt. Welch hohen Stellenwert Endo in der Nationalelf besitzt, erkennt man auch daran, dass Zaccheroni nicht auf ihn verzichten will – obwohl Endo letzte Saison mit Gamba in die zweite Liga abgestiegen ist.

Der Trainer

Der Italiener Alberto Zaccheroni ist seit August 2010 als Trainer für die Nationalmannschaft zuständig. Der 60-Jährige hat vor seinem Engagement bei den Samurai Blues bei zahlreichen italienischen Top-Teams auf der Trainerbank gesessen, u.a. bei Juventus Turin, Inter Mailand und AC Milan. Doch dass er auch Nationalmannschaften erfolgreich leiten kann, beweist er derzeit in Japan, seiner ersten Station als Nationaltrainer. In seinem ersten Spiel als Trainer der Japaner gelang ihm ein historischer 1-0 Erfolg gegen Argentinien.

Bereits ein Jahr nach Amtsantritt konnte er seinen ersten großen Titel feiern, als Japan im Finale des Asian-Cups Australien mit 1-0 besiegte. Obwohl Zaccheroni vor allem für sein 3-4-3 System berühmt ist, spielt Japan unter ihm nur selten in dieser Formation. Beim Confederations Cup hat Zaccheroni mehrere Systeme ausprobiert, jedoch immer, wie nahezu alle erfolgreichen Mannschaften, mit 4 Abwehrspielern. Richtig zufrieden wird er indess nicht mit der Leistung seiner Mannschaft gewesen sein. Auch wenn die Niederlage gegen Italien sicher kurios war (3:4), so hat Japan in keinem Spiel richtig überzeugt und ist verdient mit 0 Punkten ausgeschieden.

Auch wenn die nachfolgenden Spiele mit Siegen gegen Australien und Südkorea etwas besser verliefen, werden wir wohl erst bei der WM sehen, wie stark die Japaner wirklich sind. Dass der japanische Fußball in den letzten Jahren deutliche Sprünge nach vorne gemacht hat, steht außer Zweifel. Allerdings wird es wohl wieder nicht für den ganzen großen Coup reichen, wobei das Ziel Viertelfinale als durchaus realistisch betrachtet werden kann.

Wie werden die Portraits unmittelbar vor der WM 2014 nochmals aktualisieren und um die beiden Kategorien „Ausfälle“ und „taktische Formation“ ergänzen.

Stand: August 2013