Argentinien – Schweiz: Achtelfinale Tipp & Wettquoten

By | June 26, 2014

Die Schweiz hat es diesmal also doch ins Achtelfinale der WM in Brasilien geschafft. Waren die Eidgenossen noch vor vier Jahren in Südafrika im abschließenden Gruppenspiel über Honduras gestolpert, als ein 0:0-Unentschieden gegen die „Catrachos“ das vorzeitige Ausscheiden bedeutete, so konnte die Elf von Ottmar Hitzfeld am Mittwoch mit dem 3:0-Sieg gegen den „Angstgegner“ die erneute Schande verhindern. Nun kommt in der Runde der letzten 16 Nationen aber ein ganz anderes Kaliber auf die „Nati“ zu  – am Dienstag, den 1. Juli (18:00 Uhr) trifft die Mannschaft nämlich in Sao Paulo auf Argentinien mit Superstar Lionel Messi.

 

Altmeister Hitzfeld mit goldenem Händchen

In die Weltmeisterschaft starteten die Schweizer mit einem knappen 2:1-Erfolg über Ecuador. Dabei bewies Altmeister Hitzfeld, dass er immer noch ein goldenes Händchen hat. Sein Team tat sich lange schwer und befand sich auch in Rückstand. Mit den Einwechslungen von Admir Mehmedi (SC Freiburg) und Haris Seferovic (Real Sociedad San Sebastian) brachte der 65-Jährige aber die Spieler, die die Tore schossen. Mehmedi glich kurz nach der Pause aus, der Siegtreffer gelang Seferovic allerdings erst in der allerletzten Minute der Nachspielzeit.

 

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*Ergebnis nach der regulären Spielzeit

Shaqiri lässt Kritiker verstummen

Diesem mühsamen Auftakt folgte eine katastrophale Leistung. Bei der bitteren 2:5-Klatsche gegen die stark aufspielenden Franzosen sind die sonst so gut organisierten Eidgenossen komplett auseinandergefallen. In der Offensive viel zu harmlos, die Defensive so löchrig wie Schweizer Käse. Die Tore der Hitzfeld-Elf fielen erst als Frankreich schon haushoch mit 5:0 in Führung lag und waren lediglich Ergebniskosmetik. Nach dieser Pleite hagelte es von den heimischen Medien heftige Kritik, vor allem Xherdan Shaqiri kam ins Kreuzfeuer der Boulevard-Blätter. Der Mittelfeldmann vom FC Bayern gab aber auf dem Platz genau die richtige Antwort.

Der 23-Jährige erzielte beim 3:0-Sieg über Honduras alle drei Treffer der „Nati“ und schoss die Eidgenossen ins Achtelfinale. Shaqiri ist damit neben Thomas Müller erst der zweite Spieler, der es bei dieser Endrunde drei Mal in einer Partie Klingeln gelassen hat. Nun will Shaqiri die Eidgenossen auch in ihr erstes WM-Viertelfinale seit 1954 führen. Dass das gegen die Argentinier alles andere als einfach wird, ist allen klar. Coach Hitzfeld, der bekanntlich nach dem Turnier von seinem Trainerposten zurücktritt, glaub dennoch an eine Überraschung: „Im Achtelfinale ist alles möglich. Wir haben nichts zu verlieren.“

 

Argentinien mit Steigerungspotential

Argentinien ist in Brasilien noch unbesiegt und hat alle bisherigen drei Spiele gewonnen. Etwas Anderes wurde vom zweimaligen Weltmeister aber auch nicht erwartet. Die Auftritte waren allerdings größtenteils wenig berauschend. Der 2:1-Auftaktsieg über Bosnien-Herzegowina war ebenso glanzlos wie der anschließende 1:0-Erfolg gegen den Iran. Bei diesen zwei Begegnungen war Lionel Messi meist auf sich allein gestellt. Der Superstar vom FC Barcelona war es auch, der jeweils die entscheidenden Treffer besorgte. Gegen den WM-Debütanten Bosnien half zunächst noch ein Eigentor der „Drachen“ mit, im Duell mit „Team Melli“ erlöste der „Floh“ die Fans der Gauchos in der Nachspielzeit mit einem kurzen Antritt und wunderbaren Schlenzer ins lange Eck.

Im abschließenden Gruppenspiel gegen Nigeria präsentierte sich dann nicht nur der 27-Jährige in Bestform, sondern er bekam auch noch Unterstützung von seinen Mitspielern. Angel di Maria spielte groß auf und zeigte endlich das, was er schon die ganze Saison bei Real Madrid geleistet hat. Mit schnellen Vorstößen sorgte er immer für Gefahr. Dass Sergio Aguero in der ersten Halbzeit mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgewechselt werden musste, machte in dem Duell mit den Afrikanern nicht viel aus, denn sein Ersatzmann Ezequiel Lavezzi brachte mächtig Schwung für das Angriffsspiel der Albiceleste. Am Ende des Tages war es aber wieder Messi, der für fast alle Tore der Gauchos sorgte. Der Barca-Stürmer erzielte Turniertreffer Nummer drei und vier und war hauptverantwortlich dafür, dass sich die Argentinier mit dem 3:2-Sieg den Gruppensieg  in Gruppe F holten.

 

Messi kommt vom Jupiter

Spielerisch präsentierte sich die Mannschaft von Alejandro Sabella im Vergleich zu den ersten beiden Matches stark verbessert. Gegen die Nigerianer bereitete dem Trainer aber das Abwehrverhalten seiner Truppe etwas Sorgen. „In der Defensive hatten wir manchmal Probleme. Daran müssen wir arbeiten“, erkannte Sabella, der außerdem im Bezug auf den weiteren Turnierverlauf betonte: „Von jetzt an darfst du dir keinen Fehler mehr erlauben.“

Die Wettanbieter sehen im Duell mit der Schweiz eindeutig die Argentinier als Favorit. Allein die aktuelle Form von Messi reicht den Gauchos dafür schon aus. Nicht zu Unrecht sagte der nigerianische Trainer nach dem Spiel gegen die Albiceleste, dass Messi vom Jupiter sei. Aber auch die Leistungskurve der anderen Akteure von Sabella zeigt nach oben. Hitzfeld wird die Taktik ausgeben, mit einer gut organisierten Abwehr den zweimaligen Titelträger zu Fehlern zu zwingen und auf Konter zu lauern. Um irgendwie gegen Argentinien bestehen zu können, muss allerdings zunächst einmal die Hauptwaffe der Sabella-Elf entschärft werden.

 

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